Anonym bezahlen im Netz: Prepaid-Karten, Gutscheine und Krypto im Vergleich

Ein Spiel kaufen, ein Abo abschließen oder in einem unbekannten Shop bestellen: Nicht jeder möchte dafür seine Bank- oder Kartendaten hinterlegen. Prepaid-Codes, Gutscheine und Kryptowährungen bieten Alternativen. Vollständig anonym ist die Zahlung damit aber nicht automatisch.

Entscheidend ist, wer welche Daten erhält. Ein bar gekaufter Gutschein hinterlässt keinen Eintrag auf dem Kontoauszug, kann beim Einlösen aber einem Kundenkonto zugeordnet werden. Eine Kryptozahlung kommt ohne Bankdaten aus, bleibt bei Bitcoin jedoch öffentlich nachvollziehbar.

Auch im Online-Glücksspiel werben Anbieter mit diskreten Zahlungen. Plattformen, die sich als anonyme Krypto-Casinos bezeichnen, ermöglichen teilweise eine Registrierung ohne sofortige Identitätsprüfung. Ein- und Auszahlungen erfolgen über Bitcoin, Ethereum oder Stablecoins. Das garantiert jedoch keine Anonymität: Eine spätere Prüfung kann verlangt werden, und auch der Kauf der Coins kann Rückschlüsse auf die Person zulassen.

Prepaid-Karten: anonym, aber mit Limits

Prepaid-Codes wie PaysafeCard lassen sich an vielen Tankstellen, Kiosken und Supermarktkassen bar kaufen. Bezahlt wird mit einem 16-stelligen Code, ohne Bank- oder Kreditkartendaten einzugeben. In Deutschland sind mit PaysafeCard ohne Registrierung Zahlungen bis zu 50 Euro pro Transaktion möglich. Je nach Shop kann dennoch ein PaysafeCard-Konto erforderlich sein.

Für höhere Zahlungslimits ist ein Konto nötig. Auch der Händler kann bei der Bestellung persönliche Angaben verlangen. Prepaid-Codes vermeiden daher die Weitergabe von Bankdaten, machen den gesamten Einkauf aber nicht zwangsläufig anonym.

Gutscheine und Geschenkkarten

Geschenkkarten von Amazon, Google Play, Apple oder Steam lassen sich ebenfalls bar kaufen und anschließend im jeweiligen Kundenkonto einlösen. Die Zahlung erscheint dann nicht auf dem eigenen Kontoauszug. Der Anbieter kann sie jedoch dem Konto zuordnen.

Bei einer Warenbestellung kommen Name und Lieferadresse hinzu. Für Spiele, Apps oder andere digitale Inhalte entfällt zumindest die Versandadresse. Wie viel Privatsphäre bleibt, hängt deshalb auch von den Angaben im Kundenkonto ab. Zudem lässt sich das Guthaben meist nur beim jeweiligen Anbieter verwenden.

Kryptowährungen: pseudonym statt anonym

Bitcoin-Transaktionen sind öffentlich in der Blockchain einsehbar. Dort stehen keine Klarnamen, sondern Adressen und Transaktionsdaten. Sobald eine Adresse einer Person zugeordnet wird, können auch ihre Zahlungen nachvollziehbar werden. Bitcoin ist deshalb pseudonym, nicht anonym.

Eine Verbindung zur Identität kann bereits beim Kauf entstehen. Regulierte Kryptobörsen verlangen in der Regel eine Identitätsprüfung. Für Kryptotransfers über Dienstleister gelten in der EU außerdem Vorgaben zur Erfassung und Übermittlung von Absender- und Empfängerdaten. Eine Überweisung an die eigene Wallet hebt diese Zuordnung nicht automatisch auf.

Auch beim Bezahlen selbst können weitere Daten anfallen, etwa durch ein Kundenkonto oder eine Lieferadresse. Dass keine Bankverbindung angegeben wird, sagt daher wenig darüber aus, ob eine Zahlung einer Person zugeordnet werden kann.

Welche Methode zu welchem Zweck passt

Für kleine Käufe bei teilnehmenden Shops sind bar gekaufte Prepaid-Codes eine einfache Möglichkeit, ohne Bankdaten zu bezahlen. Geschenkkarten eignen sich für Käufe beim jeweiligen Anbieter, bleiben aber häufig mit einem Kundenkonto verknüpft.

Kryptowährungen ermöglichen direkte Zahlungen zwischen Wallets. Bei Bitcoin sind diese jedoch öffentlich nachvollziehbar. Wer möglichst wenige persönliche Daten preisgeben möchte, sollte deshalb drei Stellen prüfen: den Kauf des Zahlungsmittels, die Zahlung selbst und die Angaben, die der Händler verlangt.